15. März 2011
Zwei Wochen vor der Kommunalwahl liegen CDU und SPD in Frankfurt gleichauf. Wenn am Sonntag abgestimmt würde, kämen beide Parteien auf 28,2 Prozent. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut OmniQuest im Auftrag der Frankfurter Rundschau durchgeführt hat.
Großer Gewinner der Wahl wären die Grünen. Sie kommen in der Umfrage auf 25,3 Prozent. Die schwarz-grüne Koalition, die seit der Kommunalwahl 2006 regiert, kann damit mit einer satten Mehrheit im Stadtparlament rechnen. Theoretisch denkbar wäre auch ein rot-grünes Bündnis, jedoch haben sich die Grünen bereits auf eine weitere Zusammenarbeit mit der CDU festgelegt. Die Machtverhältnisse in der Koalition könnten sich aber dramatisch verschieben. Träfen die Umfrageergebnisse ein, würden die Grünen wohl mindestens zwei weitere Posten im hauptamtlichen Magistrat einfordern. Und die FDP wäre als Mehrheitsbeschaffer der Koalition nicht mehr vonnöten. Im Vergleich zur Kommunalwahl 2006 bedeutet das Umfrage-Ergebnis für die CDU einen Verlust von 7,8 Prozentpunkten. Die SPD gewinnt 4,2 Punkte hinzu. Die Grünen kommen auf ein Plus von exakt zehn Punkten. Offenbar profitieren sie von der Koalition mit der CDU.
Die FDP büßt 1,8, die Linke 3,2 Punkte ein. Auszuzahlen scheint sich der populistische Wahlkampf der Freien Wähler („Damit Frankfurt Sarrazin beherzigt“). Sie lagen bei der Kommunalwahl 2006 bei 2,8 Prozent und würden sich nun fast verdoppeln.
Verlässliche Aussagen über die Wahlbeteiligung, die 2006 bei lediglich 40,4 Prozent lag, lassen sich mit der Umfrage nicht treffen. Das Institut OmniQuest spricht in diesem Zusammenhang von „sozialer Erwünschtheit“. Die meisten Menschen, die nicht zur Wahl gehen wollen, ließen sich auf das Telefoninterview erst gar nicht ein. Für die Umfrage wurden in der Zeit vom 3. bis zum 10. März insgesamt 1000 deutschsprachige, wahlberechtigte Personen in Frankfurt befragt.
In den Interviews ging es auch um andere Fragen zur Kommunalwahl. Die Arbeit der schwarz-grünen Koalition bewerteten die Bürger mit der Durchschnittsnote 3,2. Die Leistungen von OB Petra Roth wurden im Schnitt mit der Schulnote 2,7 gewürdigt.
Quelle: Frankfurter Rundschau online, 15.03.2011
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