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30. Mai 2011

Deutsche rechnen mit Freispruch

Nur 11 Prozent der Deutschen glauben, dass Jörg Kachelmann am Dienstag wegen Vergewaltigung schuldig gesprochen wird. Einer Umfrage zufolge halten 39 Prozent der Befragten den von der Verteidigung geforderten Freispruch für gerechtfertigt.

BONN — Nur ein kleiner Teil der Deutschen meint, dass Jörg Kachelmann am kommenden Dienstag schuldig gesprochen werden sollte. Laut einer Umfrage des Instituts OmniQuest für den "Kölner Stadt-Anzeiger" halten 39 Prozent der Befragten den von der Verteidigung geforderten Freispruch für gerechtfertigt. Lediglich 11,4 Prozent der 1000 Teilnehmer glauben, der Wettermoderator solle "schuldig" gesprochen werden.

38,6 Prozent antworteten allerdings mit "weiß nicht", 10,5 Prozent machten gar keine Angabe. Diejenigen, die sich nicht für einen Freispruch entschieden, wurden außerdem zur Höhe des geforderten Strafmaßes befragt. 17,3 Prozent von ihnen halten es für zu gering. 9,3 Prozent sind der Ansicht, es sei zu hoch. 38,4 Prozent antworteten mit "weiß nicht", 16,1 Prozent machten keine Angaben.

Unabhängig vom Ausgang des Prozesses wollen 44,2 Prozent der befragten Bürger kein Comeback des Fernsehmoderators. Nur 27,1 Prozent wollen ihn wieder auf dem Bildschirm sehen.

Hinweis auf Absprache

Kurz vor dem Urteil im Prozess gegen den ARD-Wettermoderator Jörg Kachelmann gibt es nach einem Medienbericht einen Hinweis auf eine mögliche interne Absprache. Nach Informationen der „Stuttgarter Nachrichten“ (Montagausgabe) soll es in der Staatsanwaltschaft Mannheim eine interne Absprache geben, im Fall eines Freispruch des Angeklagten nicht in Revision zum Bundesgerichtshof zu gehen, sondern die Niederlage zu akzeptieren.

Das Blatt berichtet unter Berufung auf Justizkreise, dass die Behörde eine weitere Instanz angesichts anderer Verfahren nicht mehr für vertretbar hält, da die monatelangen Ermittlungen in dem Fall offenbar die Kapazitäten bei der Staatsanwaltschaft stark gebunden hatten. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte laut Zeitung zu der Frage, ob man auf eine Revision verzichten werde: „Ich weiß davon nichts.“

Das Landgericht Mannheim will sein Urteil am Dienstag (31. Mai) verkünden. Die Verteidigung hatte Freispruch beantragt. Die Staatsanwaltschaft hatte vier Jahre und drei Monate Freiheitsstrafe wegen besonders schwerer Vergewaltigung beantragt.

Kachelmann wird vorgeworfen, seine ehemalige Freundin im Februar 2010 nach einem Streit wegen seiner Untreue mit einem Messer bedroht und vergewaltigt zu haben. Kachelmann bestreitet dies. Die Staatsanwaltschaft fordert vier Jahre und drei Monate. (ksta, dapd)

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger, 30.05.2011

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